Seerosenpark Senden
KATEGORIE
ORT
Senden
JAHR
2025
VERFAHREN
Mehrfachbeauftragung
AUSLOBER
illerSENIO
c/o Caritasverein Illertissen gGmbH
ARCHITEKTUR
Fink+Jocher Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH
Beschreibung
Als Standort eines ehemaligen Kieswerks prägte das Gelände über viele Jahrzehnte hinweg maßgeblich die Entwicklung der Stadt Senden und trug wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Region bei. Die heutige Seenlandschaft entlang der Iller geht in großen Teilen auf die frühere Kiesgewinnung zurück. Als Konversionsfläche bietet sie zugleich ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines zukunftsorientierten Quartiers für Seniorinnen und Senioren, ergänzt durch Angebote wie Sozialstation, Tagespflege, Gastronomie und Kinderbetreuung.
Der Entwurf nimmt Bezug auf den Siedlungstypus des Angers, der sich in Zentral- und Südeuropa seit dem frühen Mittelalter bewährt hat. Der Anger bildet als gemeinschaftlich genutzter Quartiersplatz das zentrale und identitätsstiftende Element der Siedlung. Sowohl die gemeinschaftlichen Einrichtungen als auch sämtliche Hauseingänge orientieren sich zu diesem Raum. Für die Bewohnerinnen und Bewohner entsteht dadurch im Alltag eine besondere Lagequalität: Sie profitieren zugleich von der Ausrichtung zum Anger und von der Einbindung in den umgebenden Naturraum.
Gemeinschaftlich Wohnen am Anger
Der Entwurf für die neue Wohnanlage am Seerosenpark in Senden schafft durch ein ansprechendes, freundliches Wesen die Atmosphäre für ein neues, lebendiges und vielfältiges Wohnquartier, das die Gemeinschaft und die ökologische Nachhaltigkeit in ein harmonisches und zukunftsweisendes Gesamtkonzept vereint. Dabei wird der Quartiersplatz – der Anger – zum neuen Mittelpunkt seiner zukünftigen Bewohner und Bewohnerinnen. Der Anger verlängert die Bestandstraße „Zum Baggersee“ Richtung Illerkanal und bindet an den bestehenden Fahrradweg an. Gerahmt wird der Anger an seiner Längsseite durch ein Ensemble aus drei Baukörper im Norden und sechs Baukörper im Süden, die auf je drei Geschossen Wohnungen beherbergen. Geschützt durch weit auskragende Dächer lagern sich großzügige Sonnenterrassen mit Gemeinschaftsräumen an den Anger an und fördern ungezwungene nachbarschaftliche Begegnungen. Alle Häuser adressieren Richtung Quartiersplatz als identifikationsstiftenden Ort und werden von hier aus barrierefrei erschlossen. Ein sensibler Übergang zwischen öffentlich und privat schützt die Wohnbereiche mit Ihren Freisitzen und ermöglicht allen Bewohnerinnen und Bewohner einen unverbauten Blick auf den See. Auf der Schmalseite wird der Anger durch zwei Punkthäuser abgeschlossen, eines im Osten und eines im Westen. Diese dienen als Funktionsgebäude und stellen die Versorgung des Quartiers sicher. Statt maximaler Ausnutzung der Fläche werden die vorhandene Freiraumqualität durch einen maßvollen Umgang gestärkt. Ein Großteil des Baumbestands bleibt erhalten, versiegelte Flächen werden reduziert, die vorhandene Topografie und Vegetation respektiert. Die Gebäude fügen sich mit kompakten Baukörpern behutsam in den Landschaftsraum ein und geben den Blick auf See und die Umgebung frei. Blickachsen und Wegebeziehungen verbinden das neue Quartier mit dem Wasser und der Natur.
Freianlagenkonzept
Der grüne Anger spannt sich innerhalb der städtebaulichen Setzung auf und wird durch zwei kleine Quartiersplätze in drei Höfe gegliedert, den Auengarten, Uferwogen und Waldufer. Durch Ihre unterschiedlichen Charaktere soll die Identifikation der Anwohner mit ihren Hofgruppen gestärkt werden. Zwischen den Gebäudegruppen öffnen sich Landschaftsfenster, welche mit einer Freiraumabfolge von Park, Platz und Aussichtspunkt den Blick auf den See lenkt. Der übergeordnete Rundweg verbindet den Anger mit dem Seeufer und der Parkanlage mit den angrenzenden extensiven Uferstreifen. Durch die Integration der Gegebenheiten soll der Charakter des Ortes gestärkt und behutsam weiterentwickelt und die Landschaft inszeniert werden. In nord-südlicher Ausrichtung sorgt eine Fahrradverbindung für Anschluss an die Umgebung. Ein breites Angebot an unterschiedlichen Aufenthaltsqualitäten und Freiraumtypologien schaffen ein vielfältiges Angebot für Anwohner und Besucher.




